Manchmal frage ich mich, was andere Leute wohl über meine Familie und mich so denken. Abseits von alltäglichen Zuweisungen und dem tolerierten Horizont an Verhaltensweisen legt die nämlich ab und zu ein Auftreten an den Tag, welches mich eigentlich peinlich berührt zurücklassen sollte. Ganz gerne kann da beispielsweise ein Einzelhändler in den Genuss einer Großfamilie kommen, die seinen Laden in Beschlag nimmt – wohlgemerkt nur zum Umsehen, in den seltensten Fällen wird etwas gekauft – und dem Begriff der fehlplatzierten Dörflichkeit durch lautstarke Anmerkungen zum Warenbestand und zur doch etwas komisch geratenen Inneneinrichtung ganz neues Leben einhaucht.
Auch zeigen sich Grenzbeamte, die einem Familienmitglied mit vorgetäuschten Mängeln in den Ausweispapieren den Zutritt zu ihrem Land verwehren wollen schwer verwirt, wenn statt des erwarteten Fünfzigers in der Hemdentasche plötzlich eine zweistellige Anzahl an Menschen um sie herumsteht, und wissen will, was Sache ist. Dabei wird wild gestikuliert; auch die durchschnittliche Sprechlautstärke scheint in meiner Familie etwas höher angelegt zu sein, da pfeifen schon manchmal mir selbst die Ohren.
Trotzdem, peinlich berührt bin ich davon eigentlich nicht.
Eher empfinde ich sowas wie Stolz. Nein, nicht den feinen Stolz der edlen Leute, die zufrieden über ihre Ländereien blicken. Eher den Stolz der Holzfäller, ohne deren Axt im Walde kein Haus gebaut werden könnte.