Getaggt mit Persönliches

Peak Oil für die Seele

Es ist vielleicht ein kleiner Trost für alle diejenigen, die meinen, ihren Zenit schon längst überschritten zu haben: Nach dem Punkt, ab dem alles nur noch abwärts zu gehen scheint, fällt zumindest das Gehen leichter. Wenn man lustig ist sogar im wörtlichen Sinn.

Getaggt mit ,

Stop & Go

Die Fahrt ins Büro dauert zu lange. Viel zu lange, gemessen an den an normalen Tagen anfallenden Fahrtzeiten. Den Grund für die Verzögerung kenne ich nicht, kann mir aber anhand etlicher vorbeirasender Ambulanzen ein ungefähres Bild davon machen. Auch wenn ich das nicht will, die Ähnlichkeiten zu kürzlich passierten Dingen sind zu groß.

Also sitze ich hinter dem Steuer, die Sonne blendet durch die staubige Windschutzscheibe und Tränen drücken sich aus meinen Augenwinkeln. Die Routine, die sich langsam zu solchen Anlässen einschleicht macht es auch nicht besser.

Getaggt mit ,

Dicker als Wasser, lauter als startende Flugzeuge

Manchmal frage ich mich, was andere Leute wohl über meine Familie und mich so denken. Abseits von alltäglichen Zuweisungen und dem tolerierten Horizont an Verhaltensweisen legt die nämlich ab und zu ein Auftreten an den Tag, welches mich eigentlich peinlich berührt zurücklassen sollte. Ganz gerne kann da beispielsweise ein Einzelhändler in den Genuss einer Großfamilie kommen, die seinen Laden in Beschlag nimmt – wohlgemerkt nur zum Umsehen, in den seltensten Fällen wird etwas gekauft – und dem Begriff der fehlplatzierten Dörflichkeit durch lautstarke Anmerkungen zum Warenbestand und zur doch etwas komisch geratenen Inneneinrichtung ganz neues Leben einhaucht.

Auch zeigen sich Grenzbeamte, die einem Familienmitglied mit vorgetäuschten Mängeln in den Ausweispapieren den Zutritt zu ihrem Land verwehren wollen schwer verwirt, wenn statt des erwarteten Fünfzigers in der Hemdentasche plötzlich eine zweistellige Anzahl an Menschen um sie herumsteht, und wissen will, was Sache ist. Dabei wird wild gestikuliert; auch die durchschnittliche Sprechlautstärke scheint in meiner Familie etwas höher angelegt zu sein, da pfeifen schon manchmal mir selbst die Ohren.

Trotzdem, peinlich berührt bin ich davon eigentlich nicht.

Eher empfinde ich sowas wie Stolz. Nein, nicht den feinen Stolz der edlen Leute, die zufrieden über ihre Ländereien blicken. Eher den Stolz der Holzfäller, ohne deren Axt im Walde kein Haus gebaut werden könnte.

Getaggt mit , , ,