Mit ‘Politik’ verschlagwortete Einträge

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Am anarchosyndikalistischen Stammtisch

In Unkatzegoriert on 21. Oktober 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Inkludiert ein Rückzug der Politik aus der Wirtschaft auch gleichzeitig einen Rückzug der Wirtschaft aus der Politik? Interessante Frage, die aber leider nur bloße Hüllen bietet, wo wirkliche Bedeutung sein könnte. Und abgesehen davon, wen interessiert das, wenn doch die beste Politik in der Wirtschaft gemacht wird?

Prost.

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Any Attempt To Continue Is Futile

In Unkatzegoriert on 2. Oktober 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Reiten war, für mich zumindest, bei anderen mag es da anders aussehen, nie eine begehrenswert durchzuführende Tätigkeit. Trotzdem könnte man meinen, ich hätte mich in meinem Leben beinahe durchgängig auf das falsche Pferd gesetzt. Damit würde man zwar Redewendungen bis zur Grenze ihrer Belastbarkeit treiben, aber so ganz unrecht hätte man damit nicht.

So wie jetzt hat es dann geendet. Und damit könnte der Ausgang der Bundestagswahl gemeint sein, ist es aber nicht. Das ist rein persönlich, was ich hier beschreibe. Auch meine Enttäuschung. Ein schlauer Mann hat mal gesagt, jeder in der FDP müsste Dahrendorf gelesen haben, dann könnte man mit dem Haufen zumindest ein kleines etwas anfangen. Aber mit diesem Bonmot würde man wohl nur – um unsere englischen Freunde zu bemühen – auf ein totes Pferd eindreschen. Und das wollen wir doch nicht, so als Tierschützer.

Da treiben wir lieber Redewendungen bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit.

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Die Eliten von morgen sind die Kinder von heute

In Unkatzegoriert on 20. April 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

„Ich meine, der hats so schön gerade. Die machen da ja Kurzarbeit und stell Dir das mal vor, der bekommt achtzig Prozent eines normalen Gehalts, das ist schon einiges, und hat dafür immer so ein, zwei Tage frei.“

— “Das ist ja wirklich sooo cool!“

„Ja, nicht? Das hab ich ihm auch gesagt, da meinte er nur, so genau wär das nicht. Weil er ja schließlich nicht weiß, ob er den Job nächsten Monat noch hat und ob und wie. Trotzdem, für die Kohle würd ich auch kurzarbeiten, auch wenn ich nicht darauf angewiesen bin.“

— „Stimmt, das geht nur, solang man nicht darauf angewiesen ist.“

Das hier ist eine Universitätsstadt. Und es ist wieder Beginn des Semesters. Dazu kommt der Sommer, der sowieso immer die leichtere Seite des Lebens hervorbringt — ganz zu schweigen von den leichtgewichtigen Wirtschaftswissenschaftlern Ende zwanzig, die der Sommer auf die Straße treibt wie im Herbst der Bauer die Kühe beim Almabtrieb — und das Wald- und Wiesenverständnis von wirtschaftlichen, politischen und sozialen Zusammenhängen feiert fröhliche Urstände.

„Mit extra Milchschaum, bitte.“

Das hier ist eine Universitätsstadt. Leider.

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Wenn die Mäuler zerissen sind kommen die Stimmzettel dran

In Unkatzegoriert on 21. März 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Vielleicht komme ich mit meinen Anmerkungen zu Willyams Gedanken zur Protestwahl, oder das, was Protestwahlen sein können, zu spät. In den Kommentaren ist bereits viel gesagt worden, inklusive unzähliger damit  zusammenhängender Aspekte. Einen Punkt möchte ich aber doch noch herausgehoben wissen: das Fehlen einer Alternative.

Wie Willyam auch stehe ich immer vor dem Stimmzettel und mache mein Kreuzchen pragmatisch da, wo ich mir am wenigsten Schaden verspreche. Jetzt könnte das, zumindest meinte das ein Freund von mir, dem Umstand geschuldet sein, dass ich zu wenig bereit bin, in politischer Hinsicht Kompromisse einzugehen, allerdings neige ich eher dazu, die fehlende langfristige Konsequenz als Ursache anzusehen – was in etwa ins ähnliche Horn stößt wie der Kommentar von Gregor. Soll heißen: Erst eine Partei, die ich auch für meine Position als repräsentativ empfinde und die meine Positionen in Regierungsverantwortung dann auch vertritt, bekäme ohne Zähneknirschen meine Stimme. Von daher mag ein Nichtwählen verlockend erscheinen.

Aber, und das ist damit unmittelbar verbunden, genauso wie ich keine Alternative auf dem Stimmzettel finde, aber auch keine Alternative zum Wählen sehe, gibt es auch für die andere Seite keine Alternative, als das Wahlergebnis als Grundlage zu nehmen. Nichtwähler sind für die Parteien nicht relevant, ebenso wie die individuelle Verweigerung für die Parteien relevant ist. Eine Alternative zur Annahme eines Wahlergebnisses, wie gering die Wahlbeteiligung auch sein mag, gibt es nicht.* Auch ein Nein zu allen Parteien würde daran scheitern: die Alternative, die Regierung nicht zu bilden, ist nun mal keine.

Ich könnte noch mehr schreiben, warum die Parteipolitik, wie sie sich momentan darstellt, nicht meins ist. Das fängt bei der ewigen Selbstreproduktion in vierjährigen Zyklen an, mit denen natürlich auch ein gewisses Paradigma des Bewahrens einhergeht – was erstmal nicht ökologische Ressourcen mit einschließt, sondern die jeweilige Machtposition, die es zu verteidigen gilt – und hört bei mangelnden Partizipationsmöglichkeiten auf. Zwar gibt es Ansätze, das zu ändern, aber die scheinen mir vor dem Hintergrund kurzfristig angelegter Parteipolitik und notwendiger Lobbyarbeit ziemlich oberflächlich. Als Beispiel lässt sich da prima Hessen 2008 anführen, wo ein in meinen Augen relativ nachhaltiges, langfristig orientiertes Regierungskonzept (pdf) eben nicht Teil der Debatte und des öffentlichen Diskurses war. Das ich, um das Regierungsprogramm verlinken zu können, zehn Minuten mit verschiedenen Stichworten googlen musste und erst nach etlichen Umwegen ans Ziel gelangte, kann dabei durchaus als Zeichen einer Hierarchie von Thematiken verstanden werden, die den politischen Diskurs, der mir so widerspricht, ausmachen.

Was aber tun? Was ist, um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, die Alternative zur Nichtbeteiligung und zum ins Leere laufenden Pragmatismus? Erst einmal reden, reden, reden. So abgedroschen es auch klingen mag, es geht darum – und das meine ich durchaus im wörtlichen Sinn – abseits von Harald Schmidt, Peter Kloeppel und konsequenzlosem Bildungsbürgerkabarett eine kritische Masse zu etablieren. Ob das nun möglich ist, oder ob wir nicht alle nur zu den Bekehrten predigen, das ist wiederum eine andere Frage.

* Vielleicht doch, aber ich bin Pessimist genug, das für unwahrscheinlich zu halten.

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Today your love, tomorrow the world

In Unkatzegoriert on 6. Februar 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , ,

A radical postman with a Trotskyist manifesto and plausible manner will today seek to relight the flame of revolution in France by launching a political party that aims to unite the far left and overthrow the capitalist system.

Angesichts dessen muss ich zugeben, dass es durchaus schlechtere Zielvereinbarungen gibt.

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Zurecht, wie ich meine

In Unkatzegoriert on 19. Januar 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

Wer schon im ersten Absatz Norbert Bolz lächerlich macht – ich gebe zu, dazu gehört nicht viel, man muss den Bolz eigentlich nur im Wortlaut zitieren und er dekonstruiert sich selbst – und im weiteren Verlauf noch alles und jeden abwatscht, der es mehr als redlich verdient hat, der bekommt nicht nur meine Sympathie, sondern auch eine Leseprobenempfehlung. Und ja, es ist ein Opinion Piece, wie der Engländer so schön sagt, deswegen darfs auch mal krachen.

Und beleidigt fühlen dürfen sich die Angesprochenen auch.

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Die europäische Perspektive

In Unkatzegoriert on 6. Januar 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , ,

Der Krieg da unten ist kein Krieg, der ist nur Deko, frei nach Rainald Gebe gesagt. Mit ziemlich überzeugenden Kulissen, da haben sich die Ausstatter nichts geschenkt, ebenso wenig die Castingleute, die eine schier unüberschaubare Anzahl kleinerer und größerer Statisten, Haupt- und Nebenrollen gefunden haben. Nicht zu vergessen die Produktion, die einen fast noch nie dagewesenen Material- und Menschenaufwand zur Verfügung hat und diesen effektvoll zu nutzen weiß. Ein größeres Stück wurde selten auf die hiesigen Bühnen gebracht. Und klar, die Kritiker echauffieren sich rechts und links, manche finden die Inszenierung unangemessen, manche die schauspielerischen Leistungen wenig überzeugend. Bis ins kleinste werden die Feinheiten weiter debattiert – natürlich nur insofern die Meinung nicht schon feststeht – das Glas Rotwein in der einen Hand, die andere in nachdenklich-tiefschürfender Geste am Kinn. Hitziger wird es ab und zu auch, aber das gehört in diesen Zeiten einfach dazu. Doch trotz den vernichtenden oder lobpreisenden Feuilletonartikeln: das Publikum scheint fasziniert. Überlegungen, aus dem ganzen noch ein Musical zu machen, inklusive einem eigens dafür errichteten Prunkbau irgendwo in den Brachen des Ruhrpotts, sind schon zu vernehmen.

Komisch nur, dass die da unten nach gefallenem Vorhang und stehenden Ovationen nicht friedlich in der Garderobe zusammensitzen und ein Gläschen zu sich nehmen, bevor es heim zu Frau und Kindern oder wahlweise auch zu der süßen Produktionsassistentin geht.

Immerhin, die nehmen ihren Job ernst.

Wir auch.

Wir sind gut darin, andere Menschen nur als Bilder anderer Menschen zu begreifen.

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Glückwünsche, rein geschäftlich

In Unkatzegoriert on 12. Dezember 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Die FDP wird 60. Ein Anlass, zu dem von gewissen Personen hässliche zweifarbige Krawatten aufgetragen werden – aus der parteieigenen Quality Collection, versteht sich – die zumeist so aussehen, als ob man es mit Gebrauchtwagenhändlern zu tun habe. Sie wissen schon, so wie der eine, der Ihnen damals ‘90 als erstes Auto einen mehr als schrottreifen Mitsubishi Colt aufgeschwatzt hat – der sei 1A in Schuss. Und den Sie dann verfluchten, als mal wieder zu nachtschlafender Zeit der Anlasser nicht mehr wollte oder Regenwasser im Fußraum stand.

Die gute Seite daran: Nur noch sieben Jahre bis zur Rente.

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Irgendwann is aber gut

In Unkatzegoriert on 28. September 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: ,

Helmut Schmidt über die Weltfinanzkrise. Helmut Schmidt über Oskar Lafontaine. Helmut Schmidt über das Rauchen. Helmut Schmidt über den Abbau des Sozialstaats. Helmut Schmidt über den Raubtierkapitalismus. Helmut Schmidt über Deutschland. Helmut Schmidt über die Welt. Helmut Schmidt über Helmut Schmidt.

Ich über Helmut Schmidt: Häh?

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Idiotische Äußerungen von Idioten

In Unkatzegoriert on 4. September 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: ,

Ich will ja nicht meckern. Damit fangen Leute immer an, wenn sie doch meckern wollen. Aber ich will wirklich nicht meckern, und werde das auch nicht hinter dem Vorwand, erst durch politische Inkorrektheit die wahren Zustände ans Licht bringen zu wollen, tun. Denn politisch inkorrekt bedeutet erstmal keinen Freifahrtschein für Dummheit und Demagogie. Nein, jede Provokation sollte auch Aufforderung zum Diskurs sein, nicht eine vermeintliche Bestätigung der eigenen Vorurteile.

Wie das richtig geht, ohne das ich formal was zu meckern habe? So zum Beispiel.

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Sag mir wo Du stehst

In Unkatzegoriert on 28. Juli 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Schon länger her: Da hatte ich mich an anderer Stelle schon mal gewundert, was denn der Zusammenhang zwischen dem Negieren eines menschlichen Einflusses auf das Klima und der auffallenden Verortung solcher Personen in einem bestimmten politischen Spektrum sein könnte. Über mehr als ein Fragezeichen – welches bei der Beschäftigung mit scheinbar rationaler Rhetorik, die letzten Endes aber immer ins Irrationale driftet, früher oder später wie die Hand Gottes über einem erscheint – bin ich da allerdings kaum hinausgekommen.

Andere sind bei der Beantwortung dieser Frage schon um einiges weiter [via].