Mit ‘Satire’ verschlagwortete Einträge

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Lebensunterhalter

In Allgemeines on 25. Oktober 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Otto Schily habe kein besonders ausgeprägtes Gewissen für gutes Benehmen als Volksvertreter, schreibt LobbyControl. Dem kann ich nicht beipflichten, wenn es einen Politiker gab, den Deutschland am nötigsten hatte in seinen dunklen Stunden, überschattet von Terror, Sozialabbau und kränkelnder Wirtschaft, dann war das Otto Schily. Ein guter Mann, darauf haben Sie mein Ehrenwort.

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Feuilletonluder

In Allgemeines on 17. Mai 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Experten gibt es ja viele. Marketing-Experten, IT-Experten, Haushaltsexperten, Inneneinrichtungsexperten, sogar Expertenexperten sollen schon gesichtet worden sein. Nicht zu verwechseln sind die Experten mit dem gemeinen Intellektuellen. Der zeichnet sich nämlich durch ein gerütteltes Maß an Reflexions- und Artikulationskompetenz aus, die es ihm ermöglicht, gesellschaftsweit Sachverhalte zu durchschauen und diese – schlau analysierend – vorzutragen. Alles mit dem Gedanken im Kopf, dass es auch anders sein könnte. Alles in allem also ein possierliches Tierchen.

Experten wiederum sind Experten, man könnte auch Fachidiot als passendere Bezeichnung ihres strukturellen Status vorschlagen, so falsch läge man da nicht. Hier zählen nur das Wissen und die Fähigkeiten in einem bestimmten, scharf abgegrenzten Bereich. Ein Arzt beispielsweise ist ein Experte für das körperliche Wohlbefinden, während ein Pilot in erster Linie ein Experte für das Fliegen von Flugzeugen ist. Damit natürlich auch für das körperliche Wohlbefinden zuständig ist, schließlich will man heil wieder runterkommen. Aber, und da liegt der Hund begraben, dies ist nur eine sekundäre Verantwortung. Man erwartet nicht von ihm, eine Rückenmarkspunktion fehlerfrei durchzuführen.

Man sollte also Vorsicht walten lassen, wenn Experten in fremden Gefilden wildern, sich in anderen Bereichen als den eigenen bewegen. Auf der Ebene von handwerklichen Fähigkeiten kann das mal mehr, mal weniger schief gehen, vielleicht wird es sogar funktional, in seltenen Fällen sogar ansehnlich. Wenn es aber um geistige Aneignung von Fremdkompetenz geht, dann ist der Intellektuelle gefragt. Und um den gemeinen Intellektuellen ist es sehr schlecht bestellt. Zumindest wenn man das aktuelle Cicero-Intellektuellen-Ranking betrachtet. Da steht Dorris Dörrie ebenso drin wie Walter Moers und Benjamin von Stuckrad-Barre. Angeführt wird die Liste der, nun ja, Feuilleton-Luder könnte man sie nennen, von unser aller Papst, dem Herrn Joseph Ratzinger.

Moment mal, der Papst ist intellektuell? Da kann doch was nicht mit rechten Dingen zugehen, seit wann ist katholische Weltfremdheit denn in diesen Kreisen hoffähig? Da hilft vielleicht, wenn man sich das Zustandekommen dieses Rankings ansieht, denn das basiert auf der Nennungshäufigkeit in den 160 wichtigsten deutschsprachigen Zeitungen. Na dann muss ich mich nicht wundern. Oder gerade eben doch: Da müsste doch Knut an erster Stelle stehen. So prinzipiell, wenn man vom geistigen Einfluss auf die Gesellschaft ausgeht.

Es wird sich eben viel mehr auf der Expertenebene des zu-allem-was-zu-sagen-haben rumgetrieben, ansonsten wäre so eine Peinlichkeit nicht passiert. Da treffen sich die zwei großen hässlichen S: Selbstreferenz und Selbstüberschätzung. Und keiner hat das besser erkannt als Reinhard Jellen, der auch passende Worte findet:

Da wo andere ein Gehirn haben, hat der geistige Hochkaräter von heute seine Fahne im Wind.

Und nicht nur das, mittlerweile gilt auch das Schmieren jedes eigenen Nasenpopels auf den Tisch des gesellschaftlichen Diskurses nicht mehr als unfein. Intellektuell geht aber anders. Nicht blöd in die Kamera grinsen. Es nicht zu tun, zu wissen in welchen Momenten man Zurückhaltung üben muss, aber doch im richtigen Moment den Richtigen mit dem forsch vom Finger geschnippten Nasensekret mitten zwischen die Augen zu treffen. Das, liebe Freunde, heißt es intellektuell zu sein.

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Party at the Church of Scientology

In Allgemeines on 14. Mai 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

If there’s anything worse than being a sinister, greedy, brain-washing cult, it’s being a crybaby sinister, greedy brainwashing cult.

BoingBoing heute über Scientology und einen zu Recht verärgerten BBC-Reporter. Und da will ich doch nicht hinten anstehen und deshalb gibts hier den MC Lars mit einem tollen Song:

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Gehe nicht über Los

In Allgemeines on 22. April 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: ,

Die Spieltheorie (engl. game theory) ist ein Teilgebiet der Mathematik, das sich mit der Modellierung und Untersuchung von [...] von im weitesten Sinn gesellschaftsspielähnlichen Interaktionssystemen sowie mit den in diesen eingesetzten Spielstrategien beschäftigt.

Schreibt die Wikipedia, ein wenig ausführlicher der englische Artikel. Und das lass ich mal so unkommentiert stehen. Ist auch nur eine Variable in der Gleichung. Die andere kommt vom Warren Ellis und ist das hier:

war-on-terror-boardgame.jpg

Und was gibt das addiert? Richtig, stundenlangen Spielspaß für die ganze Familie. Risiko spielen dürfte ein Witz dagegen sein. Aber wie nennt man das? Hintersinnig? Doppelbödig? Gespiegelte Wirklichkeit? Ich bin da ratlos.

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Bier ist kein Nationalsozialist

In Allgemeines on 13. April 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: ,

Es gibt drei Sorten Oettinger. Zuerst das Pils. Vor einigen Jahren hab ich noch Alkohol getrunken, und bei manchen Gelegenheiten war die einzige Form der flüssigen Gerste eben jenes Oettinger Pils. Grauenhaft bitter und wirklich nur noch als Notlösung nutzbar – zumindest nach meinem Geschmack.

Die zweite Sorte Oettinger war das Malzbier. Ich bin ja immer hoch erfreut, wenn ich irgendwo eine mir unbekannte Sorte Malzbier entdecke. Aber das Oettinger Malz schmeckte mir zu bierig und zog damit mit dem Pils gleich. Jetzt mag man sagen, dass das alles nur persönlicher Geschmack ist. Da hat man auch Recht, kann ich nichts dagegen sagen.

Aber die dritte Sorte Oettinger ist die schlimmste. Und die kommt nicht aus Bayern, sondern aus Schwaben. Einem Bier kann man wenigstens keine politische Macht zusprechen. Aber kann man mit einem Bier Rockmusik hören und einen zünftigen Skat klopfen? Auf alle Fälle. Und da gehört die dritte Sorte Oettinger hin – an den Stammtisch.

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Klimawandertag

In Unkatzegoriert on 12. April 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Noch ein Nachtrag, thematisch passend zum letzten Beitrag:

Der Krieg gegen den Terror dagegen knüpft nahtlos an den „Kampf der Kulturen“ an. Es geht um die Identifikation mit der eigenen Gruppe, um die Versicherung der Identität. Dieser Kampf hat Gesichter, ob die der Feuerwehrleute von New York, der Angeklagten vor einem Hamburger Gericht oder der steinewerfenden Palästinenserkinder gegenüber schwerbewaffneten israelischen Soldaten. Der Kampf gegen die Erwärmung lässt uns dagegen kalt – obwohl wir alle Zeugen eines absurd warmen Winters wurden, aber niemand einen Terroranschlag erlebt hat.

Zwar ein anderes Thema, aber die Argumentation stimmt. Klimawandel ist schon zu abstrakt, um Sensationalisierung, Simplifizierung und Emotionalisierung möglich zu machen. Dem Klimawandel kann man eben keinen Turban und einen Radikalenbart verpassen und damit fröhlich schwarz-weiße Bilder malen. Aber vielleicht reicht es ja für die Rolle als Bösewicht im fünften Teil von Stirb Langsam.

[Via]

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Jetzt mal im Ernst, Stavro Blofeld!

In Unkatzegoriert on 10. April 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Habe ich schon mal erwähnt, was ich bei Wolfgang Schäuble vermisse? Die weiße Katze auf dem Schoss. Damn you, Mr. Boooond!

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+650 000 XP

In Allgemeines on 8. April 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Im Irak findet demnächst der erste Army-interne D&D-Con statt.

When work is over for the day, we can sit back, relax, drink our favorite sodas, eat our favorite snacks, and play a bit of D&D. This helps us relax in a very stressful environment. We found a place where we can go somewhere far away from the IED’s, mortar attacks, and gunfire, without ever leaving the safety of our camp. The next step was only logical.

Lustig und erschreckend daran ist, dass IED’s, Minen und Ballerei in vielen Rollenspielerrunden eine gewichtige Rolle spielen (Ha, Wortspiel!). Wer einmal eine pubertäre Shadowrun-Gruppe erlebt hat, weiß wovon ich rede. Da wird nach Herzenslust urbaner Krieg gespielt, fallende Würfel auf dem Wohnzimmerboden. In den 90ern sagte der Vater eines Freundes einmal zu uns, wenn wir Krieg spielen wollen, dann sollten wir doch in den Kosovo gehen.

Das ist aber auch schon einige Zeit her, aber genau wie heute war uns damals schon klar, dass die Realität und das Rollenspiel nichts miteinander zu tun haben. Oder vielleicht doch? Ich werd jetzt mal weiter an meiner GURPS Iraqi Freedom-Kampagne schreiben. Inspiration gibt es genug.

[Via]

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Der alte Affe Angst

In Allgemeines on 4. April 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen:

Verspätet zum ersten April, aber was würde Günther Beckstein dazu sagen? Betrifft es ihn doch persönlich. Oder zumindest einen großen Teil seiner DNA.

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Duracellhasen im Kreis

In Allgemeines on 30. März 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Gestern wurde ich am Bahnhof von einem minderjährigen Punker angeschnorrt. Ob ich eine Zigarette für ihn übrig haben würde. Eingeleitet hat er diese Bitte mit den Worten Entschuldigen Sie, hätten Sie vielleicht…Und das war nicht das erste Mal, dass mich die aufmüpfige Jugend von heute siezt. Die Chaostage als prägende Elemente der eigenen subkulturellen Identität sind davon so weit entfernt wie Bagdad von Paris:

Nachdem es am Dienstagabend in den U-Bahnkatakomben der Pariser Gare du Nord zu massiven Ausschreitungen zwischen Polizei und Jugendlichen kam, sagte der Präsidentschaftskandidat Sarkozy, das beweise abermals, dass man noch härter durchgreifen müsse, während seine Kontrahentin Ségolène Royal entgegnete, Sarkozy sei schuld an allem.

Politik wie Gott in Frankreich. Einmal aufgedreht, laufen sie munter los und keiner kann sie stoppen. Und übrigens klingt das obige wie ein Absatz aus einem Roman des seligen Douglas Adams. Wenn er denn Franzose gewesen wäre.

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Luhmann Toiletten

In Unkatzegoriert on 28. März 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Für Denjenigen, der gerade mit diesem Suchbegriff hier gelandet ist: die Leitdifferenz findet sich auf der Toilette durch die unterschiedlichen Grade des Klobrillensprenkelns begründet. Binäre Kodierung ist somit die Entscheidung zwischen Hinsetzen und Stehen bleiben. Im Subsystem der öffentlichen Toiletten hat sich ein anderer Code ausdifferenziert: Stehen bleiben oder einen braunen Ring am Arsch.

Um definitive Aussagen treffen zu können, müssen allerdings noch weitere Studien getätigt werden. Forschungsgelder sind beantragt.