Mit ‘Schlechte Recherche’ verschlagwortete Einträge

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Killerspiele töten

In Allgemeines on 23. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , ,

Nicht über diese Sache, aber über den verlinkten Panorama-Beitrag regen sich einige auf, darunter netzpolizik.org und der Zufallsfaktor. Das auch zu Recht, für mich aber ohne das überraschte Element. Als ich – nach langer Zeit mal wieder – das letzte Mal Panorama, Monitor oder eins der anderen öffentlich-rechtlichen Magazine sah, hab ich mit Erschrecken eine unschöne Tendenz feststellen müssen. Die Tendenz zum immer populistischeren Marktschreien im TV-Äther; was bei Polit- oder Wirtschaftsskandalen noch leicht übersehen werden kann, wurde bei dem Killerspiele-Beitrag richtig deutlich. Dass die Arbeitsweise und die Wahl der Inszenierung den Privaten zum Teil in nichts nachstehen. Potenziert durch Unwissenheit über den in der Populärkultur und im Sozialen immens bedeutsam gewordenen Gaming-Komplex.

Ich hätte nicht gedacht, dass der Schlechte Recherche-Tag so oft passend ist. Mag man beschissen finden, ist aber letztendlich ein zwingendes Resultat, wenn die Quote und der Zuschaueranteil den Ton angeben. Und der macht bekanntlich die Musik.

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Darth Beckstein

In Allgemeines on 23. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

Lustige Querverknüpfungspanne bei Sponline: in diesem Artikel geht es eigentlich um die Star Wars-Parodie Chad Vader, die bei Youtube und Konsorten schon länger bekannt ist. Im Artikel findet sich dann auch ein Youtube-Clip eingebunden.

Der wirft aber ein ganz anderes Licht auf die Sache. Zugegebenermaßen sind Killerspiele und Gewaltvideos ein gern hergenommenes Pärchen, aber ob das bei Chad Vader so passend ist? Ich wage es zu bezweifeln.

Aber dieser Screenshot ist schon ein Lacher, da laufen zwei völlig konträre Themenverknüpfungen fröhlich Hand in Hand in einen Blumenstrauß:

Da werden komplett neue Bedeutungen generiert, die kulturelle Relevanz des Quellen-Mash-Ups bei der Realitätskonstruktion steigt unaufhörlich. Und somit zementiert sich weiter der Status von Günther Beckstein als herausragender Comedian.

Hier klicken für einen größeren Screenshot. Und wie ich sehe wurde das schon während des Schreibens dieses Beitrags korrigiert. Schade.

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Hubert, Denk!

In Allgemeines on 19. Februar 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , ,

Jahrelang hab ich mich über die Veranstaltungshinweise in den Lokalteilen diverser Zeitungen amüsiert. Da war des Öfteren von Funk-Punk die Rede, obwohl die lokale Band im Jugendzentrum im Leben nicht nach den Chili Peppers klang. Eher wie eine Schülerpunkband die zuviel Nirvana gehört hat. Trotzdem waren solche Vertipper immer ein großer Quell der Schadenfreude, einige kleine Gefühlseinheiten der Überlegenheit – man war ja szeneerfahren – mit inklusive.

Amüsiert hab ich mich heute auch über Hubert Denk. Der schreibt über die Mord-Studentin, die eigentlich das Opfer eines solchen wurde. Aber für die Keywordpräsenz in den URLs wird da wohl gerne die Realität umgedreht. Aber das ist Nebensache. Interessanter ist da diese Passage, inspiriert von einem BILD-Leser-Foto, über einen der vermeintlichen Mörder:

Jan trug ein T-Shirt der Punk-Band „Misfits“ (Außenseiter). Ihr Logo: ein Totenschädel mit Kapuze. Mit ihren Liedern („Brennende Körper hängen von Pfosten“) wurde die Gruppe zur einer der bekanntesten Horror-Gruppen der Welt.

Nun stelle ich mir mal den – natürlich nur rein fiktiven – Recherchevorgang des Herrn Denk vor. Der bestand wahrscheinlich aus einer Wikipedia-Suche, die auch denn Artikel über die Misfits lieferte. Oha, da fand er aber keine Stichworte, die er verwenden konnte. Kein Blut, kein grausiges Plattencover, wie also weiter?

Da sieht er ein blaues Wort im ersten Satz. Horrorpunk. Horrorpunk? So wie Horrorvideos? Da ist ja der Sprung zu Gewaltspielen und sonstigen Abgründen der verkommenen Jugend nicht weit. Also schnell geklickt.

Nach grobem Überfliegen dann die Enttäuschung: wieder nichts Verwertbares. Kein Gedärm, fast schon so lau wie Tokio Hotel. Doch halt, aus dem hier kann man doch sicher was draus basteln. Aber es muss schnell gehen, das Weinbesäufnis mit Franz Josef Wagner zum Wochenanfang steht an. Und danach will man noch ein klein wenig jungen Mädchen auf die knospenden Brüste glotzen, wenns heute so warm wird wie gestern tragen die bestimmt alle knappe Sachen.

In der Eile also übersehen, dass Brennende Körper hängen von Pfosten die wörtliche Übersetzung einer Zeile aus einem Songtext ist. Und kein Song von den Misfits. Aber hört sich besser an als Braunblättrige Höhenangst. Also schnell reingetippt und ab zu Franz Josef, der hat karnevalsbedingt schon mehr intus und reißt schlechte Witze. Da will man nicht nachstehen. Und wer weiß, vielleicht fällt auch Frischfleisch ab, denn wer hat denn beim Karneval noch keine abgekriegt?

So oder so ähnlich hätte es sein können. War es vielleicht auch – ich weiß es nicht. Aber ich weiß ein tolles Wortspiel, das mir auch gleichzeitig die Mühe abnimmt, mir einen passenden Titel zu diesem Beitrag auszudenken. Es gibt nämlich Namen, die haben die Leute einfach nicht verdient. Da hilft nur der Imperativ. Und nein, Hubert, das ist kein Folterwerkzeug.