Mit ‘Science fiction’ verschlagwortete Einträge

In Unkatzegoriert on 27. Dezember 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Eltern, Fernsehen, Kategorien, Medial & Mehr, Mord und Totschlag, Science fiction, Vater
Das Leben in Kategorien einzuteilen kann manchmal – zynische Zeitgenossen würden sagen öfter, Zeitgenossen, die schon mit allem abgeschlossen haben würden sagen immer – sehr angenehm sein. Nämlich dann, wenn es um die Eleganz des eigenen Weltbildes geht, und Eleganz ist in diesem Fall bitte keineswegs ironisch oder zweideutig auszulegen.
So beispielsweise bei meinem werten Erzeuger, der sich angesichts des feiertäglichen Fernsehprogramms nicht scheut, sinngemäß Helmut Schmidt zu zitieren, der sage, dass es mit Deutschland bergab gehe, seit die Eltern dem Fernsehen die Erziehung ihrer Kinder überlassen würden. Mein Einwurf, dass jede Generation irgendwas in der Art behaupte und überhaupt er das den Schmidt maximal im Fernsehen hätte sagen hören oder wahlweise auch in der Bild gelesen hat kontert er mit dem Hinweis, dass er auf den privaten Kanälen nichts mehr zum Sehen finden würde, da sei überall nur Science Fiction, Mord und Totschlag.
Ich fragte mich daraufhin, welcher von diesen drei Begriffen nicht zu den anderen gehört.
Es geht ja schließlich um Kategorien.

In Unkatzegoriert on 20. Oktober 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Aliens, Däniken mein Arsch, Feuilleton, Galaxie, I want falsifiable hypotheses, I want to believe, Nerdstuff, Science fiction, Wissenschaft, Zivilisation
Die Anzahl intelligenter Zivilisationen [via] in unserer Galaxie könnte – je nach präferierter Hypothese, wie intelligentes Leben entsteht – irgendwo im drei- bis fünfstelligen Bereich mit einer Drei als erster Ziffer liegen. Das ist schön und gut, Annahmen auf Annahmen aufbauen hat noch keiner Ideologie geschadet, das soll der theoretischen Wissenschaft nur recht sein. Aber, um die Frage zu stellen, die da kommen muss: Sollte da nicht erst definiert werden, was Intelligenz überhaupt ist? Darüber streitet nämlich nicht nur das Feuilleton schon etwas länger – und das ist normalerweise Experte im Alleswissen.
Das wiederum könnte bedeuten, dass unsere Zivilisation nicht intelligent ist.

In Unkatzegoriert on 18. Mai 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: J.G. Ballard, Kultur 2.0, Science fiction
Drained swimming pools in suburban landscapes, gated communities with their security video surveillance, highway embankments, deserted airport concourses, the post industrial nightmare of the end of the western empire.
Das alles und mehr gibt es im J.G. Ballard Flickr-Pool. Besonders schön: die bunte Wüste eines lebensgroßen Spielzeug-Parkhauses, dass trotz Farben mehr als monochrom wirkt.

In Allgemeines on 9. Februar 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Amerika, Ökonomie, Callcenter, Drive Thru, Fast Food, Grenze, Kultur 2.0, Mexiko, Nerdstuff, Outsourcing, Science fiction, Sleep Dealer, USA, Wirtschaft
Zum Samstag, an dem übrigens Pro Sieben die vorerst wohl letzten Folgen von Dr. Who zeigt nur mal eine binäre Gegenüberstellung zweier auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun habenden Phänomene.
Zum einen ein ganz famoses Beispiel, in dem vermeintliche Prozessoptimierung und gesteigerte Effizienz dem Begriff des Outsourcing eine ganz neue Bedeutung geben. Denn neben der mittlerweile doch bekannten Tatsache, dass eine Ware, die man kauft, nicht unbedingt um die Ecke hergestellt worden ist, oder besser, der nette Mann im Callcenter oder an der Supporthotline auch gerne mal in Neu Delhi oder Kairo sitzen kann, gibt es eine neue Erscheinungsform einer räumlich entkoppelten Welt zu vermelden: Bei einem profanen Burgerbestellvorgang am Drive-Thru-Schalter kann es nämlich sein, dass die Bestellung nicht hinter den speckigen Mauern des örtlichen Fresstempels angenommen wird, sondern hunderte Meilen entfernt.
Ebenso famos kann man zum anderen bei io9 ein kurzes Preview – Trailer kann man dazu kaum sagen – und etliche Bilder eines kommenden Films mit dem Titel Sleep Dealer begutachten. Der handelt von mexikanischen Immigranten, die gerade das nicht mehr sind. Denn anstatt illegal ihre Arbeitskraft an Straßenecken anzubieten, bleiben sie in diesem Sci Fi-Setting hinter der Grenze. Und steuern in amerikanischen Firmen Roboter, die über das Netz mit ihren Körpern verbunden sind – mit unerfreulichen Nebenwirkungen. Das nimmt natürlich Bezug auf die aktuelle Grenzsischerungsdebatte und die daraus erwachsenden Konsequenzen für das soziale und wirtschaftliche Gefüge in den USA an. Nicht unbeabsichtigt von Regisseur Alex Rivera:
We hear so much noise about shutting the borders, and in my film, that’s a starting point. What if that happened? I thought the nightmare fantasy is maybe what America wants in some ways – to use the labor, but not have the person.
Da hätten wir also die zwei Phänomene, die Null und die Eins. Im gleichen Text und scheinbar unabhängig. Ob und wie die etwas miteinander zu tun haben, das lasse ich allerdings erstmal unbeantwortet. Da soll sich jeder seinen Teil denken. Nur soviel sei gesagt: Die nächsten Jahrzehnte werden großartig und es wäre in China kein Sack Reis umgefallen, wenn nicht jemand dagegen getreten wäre. Famos, nicht?

In Unkatzegoriert on 1. Februar 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Bibliothek, Buch zur Serie, Comic, Erinnerungen, Kultur 2.0, Medial & Mehr, Nerdstuff, Roman, Science fiction, Star Trek, Werbung
Eine meiner ersten Begegnungen mit unorthodoxen Werbeformen hatte ich etwa im Alter von 11 Jahren. Zu dieser Zeit war ich häufiger Besucher der lokalen Stadtbibliothek und ihrer trashigen Taschenbuchecke. Man könnte sagen, es war der Mangel an qualifiziert trashiger Unterhaltung, beruhend auf der Tatsache, dass mein Fernsehkonsum sich auf vier öffentlich-rechtliche Programme beggrenzte, der mich zu diesem Ort trieb. Aber damit würde man rückblickend der Qualität des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ein unangebrachtes Lob erweisen.
Auf jeden Fall fand ich in der Bibliothek eine Menge an Sci-Fi-Romanen im Taschenbuchformat, darunter auch eine ganze Reihe an – bis heute liebe ich diese Bezeichnung – begleitenden Büchern zur TV-Serie. In diesem Fall war es Star Trek. Man kann sagen, dass meine Initiation ins Star Trek-Universum mit den Romanen zur Serie stattfand. Zur klassischen wohlgemerkt. In den neueren Exemplaren stieß ich dann manchmal auf Seiten, die so aussahen, als ob der Text schwarz ausgestrichen worden wäre. Nur ein paar Sätze waren freigelassen. Im Nachhinein finde ich es faszinierend, denn diese Sätze nahmen direkt Bezug zur Handlung. Jemand musste sich das also vorher durchgelesen haben, um dann sowas wie dieses zu schreiben:
Das ist unzweifelhaft eine verzwickte Situation, in der Captain Kirk sich gerade befindet. Mutterseelenallein auf einem fremden und gefährlichen Planeten. Wird er es schaffen, den Spinnenwesen von Kra’tul zu entkommen oder werden ihn die Kräfte verlassen? Damit den werten Leser die Kräfte nicht verlassen, gibt es wirksames Mittel: Eine Fünf-Minuten-Tütensuppe mit echtem Hühnchen und viel Gemüse. Heiß und stärkend.
Der Name des Tütensuppenherstellers mag mir jetzt nicht mehr einfallen, aber so in der Art war das gemacht. Und ich stelle mir gerade vor, so wären die Verlage mit einer Neuauflage von Joyce oder einem Sammelband von Hemingway verfahren. Das hätte ein Geschrei gegeben. Lauter als Motörhead und Manowar zusammen.
Ob diese Praxis der Werbung heute noch in dieser Form existiert, ich weiß es nicht. Allerdings hätte ich es zumindest gern überprüft, was ein gesponsorter E-Book-Service wie Wowio aus diesem Vorhaben macht. Vor allem bei vielversprechenden Sachen wie Living in Infamy, die da frei verfügbar sind. Aber da stehe ich – wie bei Pandora auch – vor verschlossenen Türen. Und mich jetzt mit freien Proxies herumzuärgern, bis ich einen finde der funktioniert, da lass ich es lieber. Irgendwo hier müssen noch ein paar alte Star Trek-Romane rumliegen, da könnte ich mal wieder einen Blick reinwerfen.
Digitales Publizieren ist eh überbewertet und Papier riecht besser. Meistens.
Ich könnte natürlich auch The Mindscape of Alan Moore ansehen.

In Allgemeines on 3. Januar 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: 2008, Edge, Göttliche Erfahrungen, Gott, Kultur 2.0, Medial & Mehr, Rudy Rucker, Science fiction, Sex, Sex mit Robotern, World Question Center
Hier hatte ich schon mal über die in Buchform gesammelten Antworten zur Edge-Frage von 2006 geschrieben. Da ging es um angeblich gefährliche Ideen, die aber nur leidlich gefährlich waren und sich eher durch wissenschaftliche Konsequenz im Denken und Konstruieren des eigenen Weltbildes auszeichneten – von den wenigen kleinen Abweichlern abgesehen, die gut daran taten, ihre Affinität zur totalen Marktwirtschaft als gefährliche Idee einzustufen.
Die diesjährige Frage hat zuerst mal allerdings nichts mit Gefahren zu tun, und auch die 2007er Frage nach dem Optimismus scheint nur noch nebensächlich. Diesmal geht es um den Wandel, um Momente, an denen man es sich mal anders überlegt und sich neue Perspektiven erschließen. Der Rudy Rucker ist auch wieder mit dabei und schießt da auch den Vogel ab. Zunächst beginnt er recht zahm:
Consciousness probably isn’t that big a deal. A simple pair of facing mirrors exhibit a kind of endlessly regressing self-awareness, and this type of pattern can readily be turned into computer code.
Das er danach mit mystischen Erleuchtungen und deren eventuellem Zusammenhang mit dunkler Materie oder Quantenverschränkungen kommt, das ist geschenkt. Bestätigt er doch nur seine These, dass man nie mit Gewissheit sagen kann, wann und ob ein Mensch dummes Zeug redet. Dass Roboter allerdings bald zu göttlichen Erfahrungen fähig sein sollen, wage ich zu bezweifeln. Naja, die Narrenfreiheit des SF-Autoren.
Sex mit Robotern scheint mir da schon eine wahrscheinlichere Annahme, verkauft sich einfach besser. Oder anders gesagt, vielleicht ernst gemeint, vielleicht auch nicht: Wer braucht Gott, wenn er Sex haben kann?
[Via]

In Allgemeines on 16. Dezember 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Arthur C. Clarke zum Geburtstag, Kultur 2.0, Nerdstuff, Science fiction
Man sollte öfter mal auf alte Menschen hören. Die haben einen nicht unbedeutenden Zeitraum überlebt und weiß Gott mehr gesehen als der durchschnittliche Jungspund. Und zehn Minuten sind auch nicht zuviel verlangt – vor allem nicht an ihrem Geburtstag.

In Allgemeines on 6. Dezember 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Fantasy, Nerdstuff, Science fiction
“In a fantasy story,” Aldiss says, “there’s a big evil abroad, but, in the end, everything goes back to normal and everybody goes home to drink ale in the shires. In a science-fiction story, there may be a terrible evil abroad, and it may get sorted out, but the world is f***ed up for ever. This is realism. It’s certainly not beach reading, unless you can find a really nasty, shingly beach.”
[Via]

In Unkatzegoriert on 6. November 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Comic, Science fiction, World Building
The concept of “world-building”, setting up an internally consistent alien setting with a history, culture, and geography separate from the planet Earth, is one aspect of designing a storytelling engine that hasn’t been left to chance. Many science-fiction writers have discussed ways of going about world-building, and it’s considered to be an essential element of the craft in both the sci-fi and fantasy genres.
[Via]

In Allgemeines on 15. September 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Kultur 2.0, Science fiction
„Und trotzdem bin ich mir nicht ganz sicher“, murmelte er. „Eine Menge von dem, was Hathaway sagt, klingt plausibel. Diese Techniken zur Manipulation des Unterbewussten wären genau die Art Versuche, die man von einem überkapitalisierten Wirtschaftssystem erwarten würde.“
J.G. Ballard, Der unterbewusste Mensch

In Unkatzegoriert on 27. August 2007 von Mark Mit Tag(s) versehen: Clockpunk, Kultur 2.0, Science fiction
Der Boston Globe hat einen umfangreichen und sehr gut recherchierten Artikel über das aktuelle Schätzchen des anglo-zentrierten Netzfeuilletons veröffentlicht: Steampunk. Das war auch hier schon mal Thema und der Autor, Peter Berbegal, scheint meine Einschätzung zu teilen:
In their embrace of the toothy cog and the sooty pipe, this guild of steampunk hackers represents a rebellion of sorts against our iPhone moment. It’s a time of technological wonders: flat-panel TVs you can hang like paintings; forms of instant communication to almost anywhere in the world; and phones no bigger than a wallet that play music and help you find your way in a forest. But in all this new technology there is nothing lasting to appreciate: Each new version is obsolescent the moment it appears, and all of it is literally superficial, with its innovations hidden in silicon chips behind hard plastic. We have museums dedicated to preserving steam engines and mechanical watches. It’s hard to imagine a future museum preserving every example of Blackberry. What we want to preserve about technology also becomes a reflection of what is human about it, the spirit of invention and craftsmanship.
Steampunk als konterkarierendes Element eines technologischen Fortschritts, der zunehmend die eigene Beherrschbarkeit der uns umgebenden Apparate minimiert und der das interne Funktionieren – dessen Verständnis nicht ohne Grund ein großer Teil der Romantik und Attraktivität technologischer Systeme ausmacht – derselbigen zu einem Mysterium macht. Eine Entfremdung von der Maschine, wenn man es krude mit bereits aufgeladenen Begriffen bezeichnen will.

Und jeden Tag finden sich da neue Objekte, in mühsamer Handarbeit gefertigt, die der Zukunft den Spiegel einer nie da gewesenen Vergangenheit vorhalten, in dessen Reflektion wir das sehen, was hätte sein können. Wenn die Geschichte andere Wege gegangen wäre. Und ich kann mir nicht helfen, aber manchmal wünsche ich mir ein künstliches Herz, um dem echten die Schmerzen und die Last zu nehmen. Diese Vorstellung scheint auch geteilt zu werden, was wiederum ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert. Da kann die Zukunft bringen was sie will.