Es ist schwer, so ein unüberschaubar großes Ding wie das Leben – ob das eigene oder ein anderes sei mal dahingestellt – in passende Worte zu packen. Was nicht viele davon abhält, der Welt ihre Memoiren, Biographien, Autobiographien oder in der manchmal verblüffend primitiven Webzwonull-Welt auch ihre Lifestreams unter das Volk bringen zu wollen.
Manchmal mag ja ein qualitativ hochwertiges Stück Literatur oder was anderes interessantes dabei herauskommen, öfter jedoch bleibt es bei einem Stürmchen im Wasserglas. Gesetzt dem Fall er besucht solche Lokalitäten wird sich jeder Kunde eines Buchladens schon mal gewundert haben, was denn der Schröder oder der Bohlen damit bezwecken will, anderen sein Leben auch noch in gedruckter Form darlegen zu müssen. Als ob man nicht schon genug von deren Fressen hätte.
Und überhaupt, alle Bücher dieser Welt könnten ein Leben nie wirklich erfassen, wären gefangen in ihrer Vorgehensweise der Auslassung, Komprimierung und Relativierung von Zeit und Handlung. Wir alle wissen, dass gute Geschichten nur im Kino oder in Romanen vorkommen. Das Leben ist nun mal keine Heldenreise, kein raffiniert und gekonnt durchgeskripteter Dreiakter, auch wenn die beinahe manische Selbst- und Fremdinszenierung der Medien einen das glauben machen mag.
Bleibt noch die Gegenseite, die Anti-Lebensgeschichte, die man erzählen könnte. In möglichst wenig Worten und reduziert auf das Wesentliche: eine Form die vielleicht mehr aussagen kann. Und weil es so genehm ist, kann man sich an Hemingway orientieren und sechs Worte als Obergrenze festsetzen. [via]
Zugegeben, ich habe geschummelt und somit das Thema verfehlt. Und wenn ich jetzt noch mal in sechs Worten was zu meinem Leben schreiben wollen würde, ich wäre ratlos. Außer vielleicht das: Sechs Worte sind eins zuviel.



