Getaggt mit Soziologie

Buhmann, Labermas, Hassenichgesehen

Wenn ich mal groß bin und felsenfest davon überzeugt, anderen die Welt, wenn schon nicht erklären, dann wenigstens näherbringen zu können – vielleicht schlimmer noch: zu müssen – dann würde ich bestimmt Sätze schreiben, in denen ich Niklas Luhmann als den ‘Theoretiker mit dem über die Jahre indifferenten Sakko’ bezeichnen würde. Dafür müsste ich natürlich erstmal differenzieren, die einen ins Töpfchen, die anderen ins Kröpfchen, hier der Habermas, da der Antihumanist, was sich auch auf Antichrist reimt. Man sieht, einer wertenden Kategorisierung ist dabei kaum zu entkommen.

Zum Glück. Denn was sollten wir fragen, wenn es Antworten schon gäbe?

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Wirklichkeit mag ein zerbrechliches Konstrukt sein, hier ist sie noch felsenfest

Anschließend an die letzte teilnehmende Beobachtung kann ich heute folgendes anmerken: Die Menschen werden auch mit zunehmenden Alter nicht klüger. Und einen besseren Sinn für Humor scheinen sie auch nicht zu entwickeln, zumindest wenn ich das nach der Alphakrawatte einschätze, die gestern vor mir in der Schlange beim Bäcker stand. Die flüsterte angesichts eines butterbrezenfordernden Vordränglers mit größerer Krawatte den anwesenden Kollegen zu, dass das offenbar ein Vorbote der sich abzeichnenden sozialen Unruhen, von denen gerade überall die Rede sei, sein müsste. Gelächter folgte.

Trotz gelungener Pointe, für mich ist das wirklich Schlimme an dieser Art Humor, gepaart mit dem entsprechenden Habitus, nicht die Ignoranz, nicht der Zynismus, und auch nicht die wissende Bestätigung der eigenen gesicherten Position. Sondern der banale Umstand, dass an diesem Ort und unter diesen Leuten soziale Unruhen sich immer darauf beschränken werden, dass sich ein Stärkerer – oder wahlweise auch der Pöbel, Flexibilität ist in diesem Zusammenhang eine nicht zu verachtende Tugend – sich beim Bäcker in die Schlange mogelt.

Diese potentiellen FDP-Wähler sollten mehr Dahrendorf lesen, denke ich.

Und ich sollte mich von Büroturmsiedlungen fernhalten.

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Nicht Littbarski, der Andere!

Von Seiten des deutschen Autors Günther Grass wird ihm gar in einem TV-Gespräch vorgehalten, in seinen wissenschaftlichen Analysen keinen Humor gezeigt zu haben, was Bourdieu einigermaßen die Sprache verschlägt. Später soll der Soziologe vorgeschlagen haben, die Aufzeichnung zu stehlen und zu verbrennen.

Ich würde beinahe behaupten wollen, dass damit das Gegenteil bewiesen ist.

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