Getaggt mit Überwachung

Hier gefällts mir nicht

Der Fall wandert an die Staatsanwaltschaft Gießen weiter, welche den Staatsschutz mit weiteren Ermittlungen beauftragt. Dieser unterstellt der Band ein “extrem konspiratives Vorgehen”, da es “keinerlei Anhaltspunkte zur Identifizierung der Mitglieder” gebe. Die folgenden Observationen konzentrierten sich laut MfA zunächst unter anderem auf die Durchforschung des Internet, die Online-Bestellung von Tonträgern sowie die Auswertung von Fotos und Interviews. Auch Veranstaltungszentren, an denen Auftritte der Gruppe geplant sind, sollen ins Visier der Fahnder geraten sein. Erst acht Monate nach dem Beginn der Ermittlungen kommen die Staatsschützer laut der Akte auf die Idee, eine Whois-Abfrage über die Domain der Band-Webseite zu stellen.

Schreibt Heise in einem längeren Artikel über staatliche Überwachungsmaßnahmen. Ein Grund mehr, mal wieder die darin erwähnten Mono für Alle! zu hören, die haben mal Psychologie studiert und daraus gelernt. Den Amoklauf zum ersten:


Und rein aufgrund meines subjektiven Geschmacksempfindens noch ein zweiter – und mein favorisierter – Song von Mono für Alle!, in dem es darum geht, dass man sich manchmal ganz falsch und fehl am Platz vorkommt. Hier, unter den anderen.


Beinahe könnte man sagen, dass ich das in der Ecke stehen perfektioniert habe, die Mundwinkel unten und das Ende des Abends erwartend. Muss ich zum Glück nicht mehr haben, man wird ja auch älter.

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Soviel zum Thema Inkompetenz in Bezug auf die digitalen Medien. Denn wenn es nach Franco Frattini, dem EU-Kommissar für Justiz und Sicherheit, gehen soll, dann findet die Prävention von Terroranschlägen auf der Ebene der Wörter statt:

“I do intend to carry out a clear exploring exercise with the private sector … on how it is possible to use technology to prevent people from using or searching dangerous words like bomb, kill, genocide or terrorism,” Frattini told Reuters.

Nur mal als kurze Aufklärung: Von der Nutzung spezifischer Wörter auf reale Taten zu schließen ist ein problematisches, wenn nicht sogar unmögliches Unterfangen und begänne, wenn man den semantischen Zusammenhang betrachtet, schon bei den Chemie- und Geschichtslehrbüchern in den Schulen. Ganz zu schweigen von der Hürde der Unterscheidung zwischen journalistischem Artikel und eventuell gefährlichem Aufruf zum Terror.

Aber mal ganz konzeptuell, sollte so etwas möglich sein, dann werden die konsequenterweise entstehenden Wortkreationen - den täglich zu tausenden verschickten Spammails nicht unähnlich - einen ebenso großen Unterhaltungswert aufweisen wie diese Forderung.

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Internetbedient

Nun hat die Anwältin des Soziologen nach einem Bericht der tageszeitung Einsicht in die Ermittlungsunterlagen nehmen können. Dabei stellte sich heraus, dass BKA-Beamte mit einer Google-Suche nach den Begriffen “Gentrification” und “Prekarisierung” auf den Stadtsoziologen aufmerksam wurden. Die Tatsache, dass der Soziologe zu den Begriffen forschte, die für die Aufwertung oder Abwertung von Stadtvierteln benutzt werden, genügte offenbar den BKA-Beamten, um eine Verbindung zur “militanten Gruppe” herzustellen. “Das reichte für die Ermittlungsbehörden für eine fast einjährige Observation, für Videoüberwachung der Hauseingänge und Lauschangriff”, erklärte die Anwältin Christina Clemm der Zeitung.

[Via]

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