Getaggt mit Wirtschaft

Am anarchosyndikalistischen Stammtisch

Inkludiert ein Rückzug der Politik aus der Wirtschaft auch gleichzeitig einen Rückzug der Wirtschaft aus der Politik? Interessante Frage, die aber leider nur bloße Hüllen bietet, wo wirkliche Bedeutung sein könnte. Und abgesehen davon, wen interessiert das, wenn doch die beste Politik in der Wirtschaft gemacht wird?

Prost.

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Die Eliten von morgen sind die Kinder von heute

“Ich meine, der hats so schön gerade. Die machen da ja Kurzarbeit und stell Dir das mal vor, der bekommt achtzig Prozent eines normalen Gehalts, das ist schon einiges, und hat dafür immer so ein, zwei Tage frei.”

— ”Das ist ja wirklich sooo cool!”

“Ja, nicht? Das hab ich ihm auch gesagt, da meinte er nur, so genau wär das nicht. Weil er ja schließlich nicht weiß, ob er den Job nächsten Monat noch hat und ob und wie. Trotzdem, für die Kohle würd ich auch kurzarbeiten, auch wenn ich nicht darauf angewiesen bin.”

— “Stimmt, das geht nur, solang man nicht darauf angewiesen ist.”

Das hier ist eine Universitätsstadt. Und es ist wieder Beginn des Semesters. Dazu kommt der Sommer, der sowieso immer die leichtere Seite des Lebens hervorbringt — ganz zu schweigen von den leichtgewichtigen Wirtschaftswissenschaftlern Ende zwanzig, die der Sommer auf die Straße treibt wie im Herbst der Bauer die Kühe beim Almabtrieb — und das Wald- und Wiesenverständnis von wirtschaftlichen, politischen und sozialen Zusammenhängen feiert fröhliche Urstände.

“Mit extra Milchschaum, bitte.”

Das hier ist eine Universitätsstadt. Leider.

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Dollarzeichen in den Augen

Postmodern war nicht der neoliberale Marktfetischismus, denn diese Spielart von Fundamentalismus war schon immer eine drohende Möglichkeit kapitalistischer Gesellschaften. Aber muss man nicht die seit den 1990er- Jahren weltumspannend gewordene Finanzindustrie mit ihrer Technik, Erwartungen über Erwartungen zu häufen und darauf Optionen und Derivate zu konstruieren, im Wortsinne als postmodern bezeichnen? War das nicht eine Form von bloss noch semiotischem Kapitalismus mit Zeicheneffekten, welche die Realität nicht mehr irgendwie «abbilden» (was die Börse eigentlich tun sollte), sondern in neuer Gestalt erzeugen (und dann Panik vor den eigenen Schimären bekommt)?

Man kann mit Kulturtheorie sagen, was man will. Diesen Vorwurf hört man oft und manchmal, bei all den Wracks der gegen die Wand der Wirklichkeit gebretterten Perspektiven, muss man ihn auch gelten lassen. Man kann unter kulturtheoretischen Vorzeichen aber auch treffend meckern – sogar im Wirtschaftsteil. Hach.

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