Getaggt mit Wissenschaft

Drei von fünf

Wenn es etwas gibt, dem im öffentlichen Diskurs am wenigsten getraut wird, dann ist das der eines statistischen Zusammenhangs. Ob es nun Goebbels war oder doch Churchill, man traut keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat. Allerdings – und das gerät doch immer ins Hintertreffen, wenn sich überhitzte Vertreter einer kritischen Öffentlichkeit mit diesem Thema befassen – gibt es einige Gründe, warum gute Statistik und Aussagen über Zusammenhänge doch zusammengehen können. Nun stützen die belustigenden Beispiele in diesem lesenswerten Artikel [via] eher erstere Variante, aber es geht darin ja auch um Journalismus statt Wissenschaft, da erlaube ich mir einen differenzierten Bias.

Getaggt mit , , , ,

Wie man sich selbst widerlegen kann

Ich freue mich immer über eine einigermaßen gelungene Kritik eines interessanten Buches, egal in welchem Feuilleton. Nun muss ich zugeben, dass mein Spinnensinn mir sagt, dass das hier besprochene Buch zwar interessant sein könnte, die Kritik dazu aber leider nicht einigermaßen gelungen ist, sondern schon in den ersten zwei Absätzen durchblicken lässt, dass das was da in den Elfenbeintürmen passiere, eigentlich nicht mehr sei als mit Meinung beladenes Geschwafel – also Feuilleton – sei. Aber das soll hier nicht Thema sein, nur zwei Beobachtungen sollen noch erwähnt werden.

Erstens die Tatsache, in einem Satz von antibürgerlichen und antikapitalistischen Ressentiments zu schreiben, um im nächsten mit einem Hinweis anzuschließen, dass naheliegende historische Fragen links liegen bleiben würden. Das ist lustig, wenn auch vielleicht nicht beabsichtigt. Zweitens der wunderschöne Abschluss, in dem ökonomische Theorien Kontrolle und Gewissheit suggerieren, Soziologen dagegen einfach nur verwirren. Schöner kann man ein Ressentiment nun wirklich nicht formulieren: Nicht die Theorie, nein, Soziologien seien verwirrend.

Das hier ist übrigens ein Beispiel, das anschaulich zeigt, wie man einer Feuilletonisierung der Sozialwissenschaften im übrigen nicht entgegentreten sollte. Trotz dem Gerede von mit gleichen Waffen schlagen und man dürfe sich dem öffentlichen Diskurs nicht verschließen. Glaubt dem ja nicht, der öffentliche Diskurs ist eine Hure. Und ich glaube eher an die Unschuld einer Hure als an die Differenziertheit des öffentlichen Diskurses.

Wer das abgewandelte Zitat im letzten Satz erraten hat, darf mich duzen, der Rest googlen.

Getaggt mit , , ,

Joghurttaxonomie

Beim letzten Besuch sagte meine Mutter zu mir, dass dieser Joghurt mit dem Namen, der ihr gerade nicht mehr einfallen wollte, der eine aus der Werbung sei das jedenfalls, dass der den Darm ganz schön durchputzen würde. Als ich dann im Kühlschrank ein Exemplar fand, kam mir angesichts der auf der Packung angegebenen Inhaltsstoffe der Gedanke, dass es da erstens 120g Schmalz am Stiel gesünder sein könnten – und zweitens sich dieser Joghurt in keinster Weise von anderen Exemplaren derselben Gattung unterscheidet.

Aber wie erklärt man seinen Eltern, dass das alles Bullshit Science [via] ist?

Getaggt mit , , , , ,