Mit ‘Wissenschaft’ verschlagwortete Einträge

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Drei von fünf

In Unkatzegoriert on 6. März 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Wenn es etwas gibt, dem im öffentlichen Diskurs am wenigsten getraut wird, dann ist das der eines statistischen Zusammenhangs. Ob es nun Goebbels war oder doch Churchill, man traut keiner Statistik, die man nicht selbst gefälscht hat. Allerdings – und das gerät doch immer ins Hintertreffen, wenn sich überhitzte Vertreter einer kritischen Öffentlichkeit mit diesem Thema befassen – gibt es einige Gründe, warum gute Statistik und Aussagen über Zusammenhänge doch zusammengehen können. Nun stützen die belustigenden Beispiele in diesem lesenswerten Artikel [via] eher erstere Variante, aber es geht darin ja auch um Journalismus statt Wissenschaft, da erlaube ich mir einen differenzierten Bias.

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Wie man sich selbst widerlegen kann

In Unkatzegoriert on 11. Februar 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Ich freue mich immer über eine einigermaßen gelungene Kritik eines interessanten Buches, egal in welchem Feuilleton. Nun muss ich zugeben, dass mein Spinnensinn mir sagt, dass das hier besprochene Buch zwar interessant sein könnte, die Kritik dazu aber leider nicht einigermaßen gelungen ist, sondern schon in den ersten zwei Absätzen durchblicken lässt, dass das was da in den Elfenbeintürmen passiere, eigentlich nicht mehr sei als mit Meinung beladenes Geschwafel – also Feuilleton – sei. Aber das soll hier nicht Thema sein, nur zwei Beobachtungen sollen noch erwähnt werden.

Erstens die Tatsache, in einem Satz von antibürgerlichen und antikapitalistischen Ressentiments zu schreiben, um im nächsten mit einem Hinweis anzuschließen, dass naheliegende historische Fragen links liegen bleiben würden. Das ist lustig, wenn auch vielleicht nicht beabsichtigt. Zweitens der wunderschöne Abschluss, in dem ökonomische Theorien Kontrolle und Gewissheit suggerieren, Soziologen dagegen einfach nur verwirren. Schöner kann man ein Ressentiment nun wirklich nicht formulieren: Nicht die Theorie, nein, Soziologien seien verwirrend.

Das hier ist übrigens ein Beispiel, das anschaulich zeigt, wie man einer Feuilletonisierung der Sozialwissenschaften im übrigen nicht entgegentreten sollte. Trotz dem Gerede von mit gleichen Waffen schlagen und man dürfe sich dem öffentlichen Diskurs nicht verschließen. Glaubt dem ja nicht, der öffentliche Diskurs ist eine Hure. Und ich glaube eher an die Unschuld einer Hure als an die Differenziertheit des öffentlichen Diskurses.

Wer das abgewandelte Zitat im letzten Satz erraten hat, darf mich duzen, der Rest googlen.

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Joghurttaxonomie

In Unkatzegoriert on 23. Januar 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , ,

Beim letzten Besuch sagte meine Mutter zu mir, dass dieser Joghurt mit dem Namen, der ihr gerade nicht mehr einfallen wollte, der eine aus der Werbung sei das jedenfalls, dass der den Darm ganz schön durchputzen würde. Als ich dann im Kühlschrank ein Exemplar fand, kam mir angesichts der auf der Packung angegebenen Inhaltsstoffe der Gedanke, dass es da erstens 120g Schmalz am Stiel gesünder sein könnten – und zweitens sich dieser Joghurt in keinster Weise von anderen Exemplaren derselben Gattung unterscheidet.

Aber wie erklärt man seinen Eltern, dass das alles Bullshit Science [via] ist?

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Was ich sagen wollte ist

In Unkatzegoriert on 17. Januar 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , ,

In [die] Weltgesellschaft ist eine Vielzahl von einzelnen Exklusionsbereichen eingebettet, die untereinander nicht global vernetzt sind. Für diese Exklusionsbereiche drängt sich die physikalische Analogie der ’schwarzen Löcher’ auf. Die Welt wäre dann eine Art Universum, das von ’schwarzen Löchern’ durchzogen ist. In diese fällt gelegentlich etwas hinein. Wenn man sich ihnen annähert, wächst die Gefahr, dass man sich ihrer Anziehungskraft nicht mehr entziehen kann. Es findet nie oder so gut wie nie etwas aus ihnen heraus.

Schreibt Rudolf Stichweh hier. Schön ist auch seine Aussage im dazugehörigen Vorwort, dass Ausnahmen von als inkludierend erscheinenden Prozessen wie etwa Genozid oder Todesstrafe „eigentlich nicht tolerierbar“ seien. Schlau: Er verdeutlicht das nicht am Beispiel Afrikas.

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It’s Kerry King in a lab coat! Run!

In Unkatzegoriert on 8. Januar 2009 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Es gibt immer eine Person, die, sollte in kleinerem oder größerem Kreise eine humoristische Anekdote oder gar eine Zote erzählt werden, die Pointe erst nach verklungenem Gelächter, etlichem Nachfragen und bemühter Rekonstruktion dessen, was daran eigentlich komisch war versteht. Der Anfang einer solchen humoristischen Anekdote könnte in etwa so lauten:

Zum Weihnachtsfest bekam ich ein Abonnement der Zeit geschenkt, von der heute auch das erste Exemplar eintrudelte, zwar einige Stunden später als erwartet und nicht im dafür vorgesehen Briefkasten, aber dennoch. Beim Durchblättern sprang mir auch gleich ein kurzer Artikel, nein, ein Interview ins Auge. Und die Pointe? Nun, die könnte diesen Wortlaut haben.

Gute Witze sollten eben alle Jahre wieder erzählt werden.

Ich weiß nur nicht ob der wirklich komisch ist.

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The only winning move is not to play

In Unkatzegoriert on 10. Dezember 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , ,

Es gibt da draußen Metaphern, die wurden und werden zuviel und zu oft verwendet – und hier muss ich explizit meinen eigenen Geschmack als Maßstab nehmen. Eine dieser Metaphern ist der Krieg gegen. Eine, die mittlerweile so beliebig geworden ist, dass es beinahe egal ist, was dahinter steht: der Terrorismus, die Drogen, die Studiengebühren, die Kinderkrippen oder die heilige Pendlerpauschale. Der Krieg ist, und dieser Schluss erscheint als zwangsläufige Konsequenz, also wieder hoffähig geworden, nicht nur als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln – der olle Clausewitz, auch so eine geschröpfte Metaphernqualle – sondern als Mittel der Politik selbst. Da bleibt wohl nur der Krieg gegen Kriegsmetaphern.

Das ist auch nicht besser, sagen Sie? Da haben Sie wahrscheinlich auch Recht. Mal wieder.

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Unter dem Meer

In Unkatzegoriert on 26. November 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Some marine biologists have even formed formal partnerships with oil companies, allowing scientists to share camera time on the corporate ROVs—though critics worry about possible conflicts of interest.

So faszinierend ich dieses Video finde, muss ich auch leider sagen, dass mir obiger Absatz im dazugehörigen Artikel mehr zu denken gibt. Und auch etwas anderes muss noch erwähnt werden, bevor ich es vergesse: der Erste, der dazu mit Lovecraft ankommt, muss nicht mehr an der Tür klingeln, sondern kann gleich am Maul schellen. Und zwar links und rechts.

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Red mal mit einem Ameisenhaufen

In Unkatzegoriert on 20. Oktober 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , , , , , , ,

Die Anzahl intelligenter Zivilisationen [via] in unserer Galaxie könnte – je nach präferierter Hypothese, wie intelligentes Leben entsteht – irgendwo im drei- bis fünfstelligen Bereich mit einer Drei als erster Ziffer liegen. Das ist schön und gut, Annahmen auf Annahmen aufbauen hat noch keiner Ideologie geschadet, das soll der theoretischen Wissenschaft nur recht sein. Aber, um die Frage zu stellen, die da kommen muss: Sollte da nicht erst definiert werden, was Intelligenz überhaupt ist? Darüber streitet nämlich nicht nur das Feuilleton schon etwas länger – und das ist normalerweise Experte im Alleswissen.

Das wiederum könnte bedeuten, dass unsere Zivilisation nicht intelligent ist.

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Hey Mr. C.

In Unkatzegoriert on 16. Oktober 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , ,

Und Du dachtest, es ginge nicht mehr kleiner. Falsch gedacht, mein Freund, sag auf Wiedersehen zum Patriarchat und zur durchschnittlichen Existenz. Erst aus dem Puppenhaus raus und ab in den Keller, Louise kann sich bei der Dreckskatze bedanken. Und dann das: Spinnen, so groß wie Sattelschlepper, und als Lohn der Mühe nur ein Stück trockenes Brot. Immerhin: Du passt durch ein Fliegengitter.

Und es geht immer noch weiter. Na denn, eine gute Reise.

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Watching you, watching me

In Unkatzegoriert on 6. Oktober 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Two key lessons emerge from history and psychology. One is that we must examine tyranny and resistance in tandem, never letting our concern with the one lead us to forget about the other. The second is that groups might sometimes be a source of tyranny, but they are always central to resistance. These conclusions raise two obvious questions – the questions which led us to undertake our study: First, when do people go along with oppressive groups? Second, when do people act as a group to challenge oppression? [...] Hence the idea for the BBC Prison Study was born. We began the nine-month period of planning an experiment that was powerful enough to address issues of tyranny and resistance but ethical enough to pass stringent professional tests.

Ist die BBC Prison Study [via] was anderes als Big Brother? So kategorisch gefragt.

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Auch die Wände?

In Unkatzegoriert on 24. August 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: , , , ,

„Es war ziemlich unübersichtlich“, erinnert er sich. „Die Zettel waren so zusammengequetscht, dass sie teilweise hinten aus den Kästen quollen. Es gab zerrissene Kalenderblätter mit Notizen, Rückseiten von Briefen, Fotos, gevierteilte Kinderbilder … – ja, Zeichnungen von seinen Kindern. Er muss alles beschrieben haben, dessen er habhaft werden konnte.“

Bald in einem Filmtheater in ihrer Nähe: Die Obsessionen [via] des Herrn Luhmann.