Mit ‘Wortspiele’ verschlagwortete Einträge

In Unkatzegoriert on 3. Juni 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Kultur 2.0, Medial & Mehr, Soziologie, Verschwörung, Verschwörungstheorie, Wortspiele
One way to approach conspiracy theory is through its constituent narrative structures. Indeed, the formal structures of conspiracy theory narratives can be successfully compared to more traditional narrative structures. Mark Fenster in his paradigm work Conspiracy Theories (1999) expends considerable space comparing the structure of many conspiracy theories to classic mystery stories.
Das Lesen von Verschwörungstheorien mit all den interessanten Querverknüpfungen und hergestellten Zusammenhängen kann durchaus Vergnügen bereiten. Das Glauben daran dagegen aber weniger. Das würde ich scherzhaft eher schmerzhaft nennen.

In Unkatzegoriert on 7. Mai 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Billy Idol, Dancing With Myself, Generation X, Popkultur, punk, punkrock, Telefonumleitung, Wortspiele
Spaß mit Telefonen, trotz selbst getätigter Einrichtung der Rufumleitung: Die sekundenlang währende Verwunderung von Kollegen, plötzlich vom eigenen Büroapparat aus angerufen zu werden – obwohl man nicht am Platz ist – nehme ich gerne als Anlass zu popkulturell aufgeladenen Scherzen. Meine Anmerkung, dass wenn Billy Idol – mit Generation X darf man in solchen Situationen gar nicht erst anfangen – schon damals mit sich selbst tanzen konnte, es doch ebenfalls nicht vermessen sei, wenn man sich mal selber anrufen würde, stieß leider auf unverständliche Blicke.
Ich hasse es, Witze erklären zu müssen. Einerseits zweifle ich dann an meiner Fähigkeit des pointierten Kommentierens, andererseits weht auch immer ein leichter Hauch von unbeabsichtigtem Standesdünkel durch die Luft. Wie man es dann macht, macht man es falsch. Zum Glück habe ich das Zitat aus dem zugehörigen Wikipedia-Artikel verschwiegen:
The song is reportedly about masturbation but is actually about pogo dancing.
Ich glaube sogar, nur die gewieftesten Personen sind in der Lage, sich ohne Einbußen ihres sozialen Status aus solchen Situationen zu retten. Irgendwann gehöre ich hoffentlich auch zu ihnen. Dann werden Pointensalven ohne Rücksicht auf Verluste abgefeuert.
Oder auch nicht. Wer will auch schon gewieft sein? Fürchterliches Wort.

In Unkatzegoriert on 16. April 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Lärm, Medial & Mehr, Mittagsmagazin, Taube Ohren, TV, Wortspiel, Wortspiele
Gerade hat ein öffentlich-rechtliches Mittagsmagazin ein kurzes Feature anlässlich des diesjährigen Tages gegen Lärm gebracht, das unter anderem zum Inhalt hatte, dass Hörschäden unter Jugendlichen in besorgniserregender Weise gestiegen seien.
Da ist es dann kein Wunder, dass alle Appelle an die jugendliche Vernunft auf taube Ohren stoßen, denke ich mir und lache in mich hinein. Der Off-Kommentar bestätigt die Qualität meines offenbar geglückten Wortspiels, denn er wiederholt es zum Abschluss.

In Unkatzegoriert on 13. April 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Beissen, Bellen, chapeau, cui bono, Diskussionskultur, echauffieren, Hund, justiziable, Medial & Mehr, Militärische Metaphern, Pawlow, Politisch Korrekt ist auch gut so, Rhetorik, Sprengsatz, Stilmittel, Sturmgeschütz, Synekdoche, Wortspiele
Beliebte rhetorische Mittel – die ich zugegebenermaßen auch selber gern verwende, ein bisschen scheiße ist nun mal jeder – mit denen man sich aber eigentlich sofort ins Abseits manövriert, sind folgende:
Der Vorwurf an die verschiedene Vertreter konträrer Positionen, wie pawlowsche Hunde beim kleinsten Gebimmel zu bellen. Wird dies zusätzlich noch mit einer Variation des allseits bekannten Sprichworts, dass getroffene Hunde bellen, garniert, dann ist man längst jenseits aller erreichbarer Diskussionskultur.
Das Brechen vermeintlich politisch korrekter Regeln ohne argumentative Begründung, Kunstabsicht oder integrativen Impuls. Passiert meistens am Stammtisch – wer als letztes kommt zahlt die nächste Runde Menschenverachtung – und sollte da auch bleiben. Auch wenn es da schon kaum zu ertragen ist, kann man sich wenigstens noch damit beruhigen, nicht mit am Tisch zu sitzen.
Die Verwendung militärischer Metaphern und Analogien. Wenn im Feuilleton oder anderswo irgendein Blödarsch einen ‘Sprengsatz zündet’ oder irgendwas als ‘Sturmgeschütz’ bezeichnet, dann ist das vielleicht sein gutes Recht, es muss aber nicht daran anknüpfbar oder überhaupt argumentativ untermauert sein. Komischerweise geht das meistens einher mit einem Gültigkeitsanspruch, der nur der eigenen Meinung verliehen wird. Logisch, es ist ja schließlich Krieg.
Auch noch erwähnenswert: Wichtigkeit suggerierende Vokabeln wie echauffieren, justiziabel, cui bono und Chapeau. Nicht zu vergessen auch die synekdochische Verallgemeinerung einer Vielzahl von ausdifferenzierten Personengruppen. Letzteres ist besonders traurig und lässt nur die exemplarische Schlussfolgerung zu, das man selber auch nicht anders betrachtet werden möchte.
Bevor jemand fragt: Damit sind all jene gemeint, die meinen, damit nicht gemeint zu sein. Einzige Ausnahme sind die, die wirklich nicht damit gemeint sind.

In Unkatzegoriert on 31. März 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Aufschwung, Reckturnen, Wortspiel, Wortspiele
Eine kürzlich von einem überaus renommierten Meinungsforschungsinstitut durchgeführte Umfrage ergab einen alarmierenden Zusammenhang: 80 Prozent aller Deutschen kennen den Aufschwung nur vom Reckturnen.

In Unkatzegoriert on 30. März 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Lustige Sachen mit Amazon, Medial & Mehr, Oper, Ring des Nibelungen, Wagner, Wortspiele
Ersetzt man den Titel eines Werkes durch eine legitime Verknüpfung mit dessen Komponisten, dann ist es in einem solchen Fall durchaus berechtigt, den Ring des Nibelungen einfach mit ‘Wagners Ring’ abzukürzen. Klingt doch viel griffiger und auch die Zusatzarbeit des Differenzierens zwischen Mythen der originalen Sage und deren Wagnerscher Adaption muss nicht mehr geleistet werden.
Das sich bei dessen Verwendung als Buchtitel, obendrein noch verbunden mit einem zweideutigen Verb, im Rahmen der Kundenrezensionen komplett andere Dimensionen der Interpretation [via] eröffnen, das war wohl nicht so gedacht.

In Unkatzegoriert on 24. März 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Bratwurstigkeit, Most German, Scienceblogs.com, Wissenschaft, Wortspiele
ScienceBlogs.com, ich mag Dich ja ganz gerne. Du bist unterhaltsam zu lesen, hast ein nettes Design – mit einem bisschen zuviel an seicht grünlichen Tönen, aber das ist nur mein unbedeutender persönlicher Geschmack – und bist hinter den Kulissen bestimmt pflegeleicht und benutzerfreundlich. Auch die Vielzahl an interessanten Blogs, die Du hostest, darf natürlich keineswegs vergessen werden.
Trotzdem würde ich nur zu gerne wissen, was Du damit meinen könntest, wenn Du mir die ‘Most German‘-Beiträge auflistest? Pünktlichkeit und Pedanterie etwa?

In Unkatzegoriert on 12. März 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Amazon, Buchprüfer, Wortspiele
Ein Arbeitsplatz, der nicht so wirklich den Vorstellungen und Bildern entsprechen will, die ich davon in meinem Kopf habe, ist der des Buchprüfers bei Amazon.

In Unkatzegoriert on 7. März 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Journalismus, Medial & Mehr, Namen, Schill, Wortspiele
Ich dachte lange, dass Freude am Fabulieren im Journalimus verboten sei, es sei denn man ist Publizist, das sind ja die Leute, die vor lauter Meinung gar nicht mehr zum Nachdenken kommen. Gut, diese Unterstellung ist recht billig, dafür muss dieser Satz in der Süddeutschen aber einiges gekostet haben:
Schill hatte gedroht, Details über die Homosexualität des Ersten Bürgermeisters publik zu machen und sich auch sonst schillmäßig verhalten.
Ich wüsste auch noch andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, deren Namen sich in leicht abgewandelter Form durchaus auch als Eigenschafts- oder Tätigkeitsbeschreibungen eignen würden. Negativ konnotiert, versteht sich.

In Unkatzegoriert on 17. Februar 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Anchovinismus, Bratquadrat, Duden, Einfuhrperspektive, Neueintrag, Schmachhaltigkeit, Waterhoarding, Wörter, Wortspiele
Ein kleiner Ausblick auf drei Neueinträge in der 25. Auflage des Dudens, exklusiv und ohne Garantie auf tatsächliches Erscheinen im Wörterbuch der deutschen Sprache.
Anchovinismus [anʃo:vi:nɪsmʊs]: Bezeichnet eine aggressiv überzogene Bewertung des eigenen Geschmacks bei der kollektiven Entscheidungsfindung im Vorfeld eines Pizzabestellvorgangs. Damit einher geht in den meisten Fällen eine Abwertung anderer Geschmackspräferenzen.
Bratquadrat [bʁa:tkvadʁa:t]: Umgangssprachliche Bezeichnung für industriell gefertigte Nahrungsmittel, die in einer herkömmlichen Pfanne gebraten werden können und die eine annähernde Gleichheit der Außenlängen und der Innenwinkel aufweisen. Verwendung findet diese Bezeichnung häufig im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln, die als Fleischersatz gehandelt werden (Soja, Tofu, Seitan).
Schmachhaltigkeit [ʃma:xhaltɪçkaɪt]: Bezeichnet den Grad der Langzeitwirkung einer subjektiv empfundenen Erniedrigung im Rahmen einer Handlung oder eines Ereignisses. Beispiel: Abteilungsleiter Müller war eine Person, die sich durch extrem schmachhaltiges Verhalten auszeichnete: Er liebte es besonders, seine Untergebenen vor versammelter Belegschaft herunterzuputzen und sich an ihrem Leid zu ergötzen.
Über die Aufnahme anderer Begriffe, darunter Einfuhrperspektive [aɪnfu:ɐpɐpɛkti:vɛ] und Waterhoarding [va:tɐho:ʔaʁdɪŋ] wird momentan in der Dudenredaktion eine erhitzte Debatte geführt. Man erinnert sich nur zu gut an das Fiasko von 1996.

In Unkatzegoriert on 8. Februar 2008 von Mark Mit Tag(s) versehen: Ernest Hemingway, In der Kürze, Kultur 2.0, Medial & Mehr, Sechs, Sechs Worte, Wortspiele
Es ist schwer, so ein unüberschaubar großes Ding wie das Leben – ob das eigene oder ein anderes sei mal dahingestellt – in passende Worte zu packen. Was nicht viele davon abhält, der Welt ihre Memoiren, Biographien, Autobiographien oder in der manchmal verblüffend primitiven Webzwonull-Welt auch ihre Lifestreams unter das Volk bringen zu wollen.
Manchmal mag ja ein qualitativ hochwertiges Stück Literatur oder was anderes interessantes dabei herauskommen, öfter jedoch bleibt es bei einem Stürmchen im Wasserglas. Gesetzt dem Fall er besucht solche Lokalitäten wird sich jeder Kunde eines Buchladens schon mal gewundert haben, was denn der Schröder oder der Bohlen damit bezwecken will, anderen sein Leben auch noch in gedruckter Form darlegen zu müssen. Als ob man nicht schon genug von deren Fressen hätte.
Und überhaupt, alle Bücher dieser Welt könnten ein Leben nie wirklich erfassen, wären gefangen in ihrer Vorgehensweise der Auslassung, Komprimierung und Relativierung von Zeit und Handlung. Wir alle wissen, dass gute Geschichten nur im Kino oder in Romanen vorkommen. Das Leben ist nun mal keine Heldenreise, kein raffiniert und gekonnt durchgeskripteter Dreiakter, auch wenn die beinahe manische Selbst- und Fremdinszenierung der Medien einen das glauben machen mag.
Bleibt noch die Gegenseite, die Anti-Lebensgeschichte, die man erzählen könnte. In möglichst wenig Worten und reduziert auf das Wesentliche: eine Form die vielleicht mehr aussagen kann. Und weil es so genehm ist, kann man sich an Hemingway orientieren und sechs Worte als Obergrenze festsetzen. [via]
Zugegeben, ich habe geschummelt und somit das Thema verfehlt. Und wenn ich jetzt noch mal in sechs Worten was zu meinem Leben schreiben wollen würde, ich wäre ratlos. Außer vielleicht das: Sechs Worte sind eins zuviel.